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Missbrauch - David Reimer
05.11.2006 02:08
http://de.wikipedia.org/wiki/David_Reimer Der Junge, der ein Mädchen sein musste... => David Reimer aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie Wechseln zu: Navigation, Suche David Reimer (* 22. August 1965 in Winnipeg, Kanada als Bruce Reimer; † 4. Mai 2004 in Winnipeg) war ein kanadischer Staatsbürger. Er ging als der John/Joan-Fall in die Wissenschaftsgeschichte ein. Inhaltsverzeichnis [Verbergen] 1 Leben 1.1 Kindheit 1.2 Jugend und späteres Leben 1.3 Suizid 2 Auswirkungen auf die Medizin 3 Aufarbeitung 4 Literatur 5 Weblinks Leben [Bearbeiten] Kindheit [Bearbeiten]Reimer wurde als gesunder Junge zusammen mit seinem Zwillingsbruder Brian geboren. Im Alter von 6 Monaten stellte man bei beiden eine Vorhautverengung fest und operierte sie knapp zwei Monate später, am 27. April 1966. Die Beschneidung missglückte jedoch bei Bruce und sein Penis wurde irreparabel beschädigt. Seine Eltern entschieden sich daher auf Rat des bekannten Sexualwissenschaftlers John Money, das Kind als Mädchen aufzuziehen. Die noch vorhandenen Hoden wurden entfernt (Kastration), und das Kind mit weiblichen Hormonen behandelt. Bruce wurde ab diesem Zeitpunkt Brenda genannt. Money war von diesem Falle besonders begeistert, da Davids eineiiger Zwillingsbruder Brian als Vergleich für Money's These dienen konnte, nach welcher allein die Erziehung in den frühen Lebensjahren für die Ausprägung einer sexuellen und geschlechtsspezifischen Identität eine Rolle spielt. Brenda wurde nach dieser Zuweisung von Money als „normales, glückliches Mädchen“ beschrieben. David selbst sowie seine Familie und Freunde jedoch beschrieben ihn als ein zutiefst unglückliches Kind mit großen sozialen Problemen. Jugend und späteres Leben [Bearbeiten]Als es in der Pubertät, die durch künstliche Hormone ausgelöst werden sollte, zu einer Krise kam, erfuhr er, dass er als Junge geboren worden war. Er lebte ab sofort wieder als Junge und nannte sich David. Später heiratete er eine Frau und adoptierte deren Kinder. Suizid [Bearbeiten]David Reimer beging am 4. Mai 2004, im Alter von 38 Jahren, Suizid. Seine Mutter gab gegenüber der New York Times an, David habe wohl keinen Sinn mehr in seinem Leben gesehen, nachdem er und seine Frau sich getrennt hatten und er seine Arbeitsstelle verlor. Außerdem war er über den Tod seines Zwillingsbruders Brian zwei Jahre zuvor noch nicht hinweggekommen, der am 1. Juli 2002 aufgrund einer Medikamentenvergiftung verstarb. Ob die Überdosis versehentlich oder in suizidaler Absicht genommen wurde ist nicht eindeutig geklärt. Sie sagte aber auch, dass sie glaube, dass ihr Sohn noch am Leben wäre, wenn er nicht das Opfer jenes unglücklichen Experiments geworden wäre, das bei ihm soviel Leid verursachte. Auswirkungen auf die Medizin [Bearbeiten]Money propagierte den Fall John/Joan noch jahrelang als durchschlagenden Erfolg seiner Theorie, dass das Identitätsgeschlecht eines Menschen erst mit etwa drei Jahren entwickelt und vorher beliebig veränderbar sei, obwohl ihm bekannt war, dass das Experiment längst gescheitert war. Aufgrund seiner Thesen werden heute noch intersexuelle Kinder medizinisch behandelt, zum Beispiel werden solche mit einem so genannten Mikropenis chirurgisch und durch Hormongaben mit weiblichen äußeren Geschlechtsmerkmalen versehen und als Mädchen erzogen, mit ähnlichen Erfolgen. Die Theorien Moneys waren immer umstritten, insbesondere Milton Diamond hat viele davon widerlegt. Money hörte erst damit auf, als sich David Reimer entschloss, mit seiner Geschichte an die Öffentlichkeit zu gehen, um anderen Kindern das gleiche Schicksal zu ersparen. Seine Lebensgeschichte schilderte er, zusammen mit dem Autor John Colapinto, in Der Junge, der als Mädchen aufwuchs. Aufarbeitung [Bearbeiten]Die BBC hat den Fall dokumentiert und am 7. Dezember 2000 erstmals unter dem Titel The Boy who was Turned into a Girl ausgestrahlt. Eine aktualisierte Fassung ("Dr. Money and the Boy with no Penis" zeigte der Sender VOX in deutsch unter dem Titel "BBC Exklusiv: David Reimer - der Mädchenjunge" am 7. April 2005.In der Literatur wurde dieses Motiv im Roman Die Wespenfabrik von Iain Banks aufgegriffen, es ist jedoch nicht bekannt, ob der Roman von der Person David Reimers inspiriert wurde. Aufgrund der deutlichen Parallelen liegt die Vermutung aber nahe. John Money und frühere Anhänger seines Zwillingsexperiments wie die Feministin Alice Schwarzer oder der Hamburger Sexualforscher Gunther Schmidt verweigern seit den Freitoden Davids und seines Bruders jegliche Korrektur ihrer früheren Bewertungen. (Bettina Röhl in Cicero, nachzulesen: http://www.cicero.de/97.p [...] item=580) John Money hat im Rahmen seines Konzepts "Geschlechtsneuzuweisung" eine unbekannte Anzahl weiterer Jungen psychisch und operativ zu Mädchen verwandeln lassen. Er hatte dazu als Leiter der Psychologie am Johns-Hopkins-Krankenhaus eine darauf spezialisierte Klinik errichtet, die von seinem Nachfolger 1979 geschlossen wurde. Viele seiner Opfer fanden sich in Selbsthilfegruppen zusammen. (FAZ, Nr 208, 2006, Seite 8) Die grundsätzliche philosophische Grundlage Moneys bestand in der Annahme, ein Mensch besitze keine von Geburt an festgelegten geschlechterspezifischen Verhaltensweisen. Das biologische Geschlecht (sex) habe nichts mit dem seelischen Geschlecht (gender) zu tun. Obwohl sein Experiment an den Reimer-Zwillingen scheiterte, hielten er und seine Anhänger an der Grundthese fest. Sie ist der Ursprung für die Politik des "Gender Mainstreaming", die - obwohl wissenschaftlich unbewiesen, durch das Reimer-Experiment sogar eher widerlegt - in praktisch allen politischen Lagern geteilt wird. So heißt es auf der Webseite der Familien- und Frauenministerin Ursula von der Leyen (CDU): "Gender bezeichnet die gesellschaftlich, sozial und kulturell geprägten Geschlechtsrollen von Frauen und Männern. Diese sind - anders als das biologische Geschlecht - erlernt und damit auch veränderbar." (http://www.bmfsfj.de/Politikbereiche/Gleichs tellung/gender-mainstreaming.html) --------------------- Was haltet ihr davon? - Ist auch umgekehrt vorstellbar, hm?[/Bearbeiten][/Bearbeiten][/Bearbeiten][/B earbeiten][/Bearbeiten][/Bearbeiten][/Verberg en]
05.11.2006 11:43
Hallo, ich denke auch, dass man Sex und Gender differenzieren muss. Sonst kann man z.B. nicht über TS sprechen. Die Gleichsetzung von Gender mit Geschlechtsrollen ist aber falsch. Man geht davon aus, dass Rollen erlernbar und veränderbar sind, das ist die Grundlage vom Gender Mainstreaming, d.h. ein Macho kann lernen das Gehabe abzulegen oder eine Frau kann lernen sich Männern gegenüber zu behaupten. Die Geschlechtsidentität, die dem gelebten Gender vorgängig ist, ist aber nicht er- und umlernbar. Wenn man nur auf Geschlechtskörper und Geschlechtsrollen abstellt, wie es Alice Schwarzer z.B. oft macht, dann hat man die Lebensrealität derjenigen nicht verstanden, deren Identität hier einen weiteren eigenständigen Aspekt darstellt. Solange sich jemand in seiner Rolle wohlfühlt, merkt er/sie vielleicht auch gar nicht, dass dahinter eine sichere Identität als dieses oder jenes Geschlecht steht, die eine Rollenübernahme -in welcher angepassten oder unangepassten Form auch immer- erst möglich macht. Die Ministerin oder Alice Schwarzer gehen schlichtweg davon aus, dass die Identität nicht verhandelt werden muss, deshalb erwähnen sie sie nicht einmal. Ursula von der Leyen traue ich eine solche abstrakte Leistung bzgl. des Geschlechterthemas auch gar nicht zu, bei Alice Schwarzer sehe ich die Befürchtung, keine Zielgruppe mehr zu haben, wenn die Kategorie Geschlecht sich in ihrer Essenz auflöst. John Money versuchte, die Identität eines Menschen durch eine Geschlechtsrollenübernahme zu erzwingen. Mit anderen Worten, zieht man einem Kind einen Rock an und benennt es mit einem Mädchennamen, fühlt es sich auch als Mädchen und vice versa. Transsexuelle, die ebenfalls im nicht-empfundenen Geschlecht sozialisiert sind, hatten längst bewiesen, dass das nicht funktioniert. Von einer normalen Sozialisation als Mädchen kann man bei David Reimer aber auch gar nicht sprechen! Selbst wenn er sich als Frau gefühlt hätte, ist der gesamte Lebensverlauf nicht repräsentativ: Ständige Besuche bei Money, David und sein Bruder mussten sich ausziehen, wurden gedrillt, sich gegenseitig als Mädchen oder Junge zu bezeichnen, immer wieder wurden gegenseitig die Genitalien gezeigt und besprochen, David wurde später gezwungen, weibliche Hormone zu schlucken, was er von Anfang an nicht wollte, etc. In einem Spiegel-Artikel vor einigen Jahren wurde die Mutter zitiert, die immer, wenn David sich mädchenuntypisch verhielt, gesagt haben soll "er weiss, dass er ein Junge ist". In einer normalen weiblichen Sozialisation steht die tatsächliche geschlechtliche Einordnung nicht zur Diskussion, jeder geht präreflexiv davon aus, dass ein Mädchen weiblich ist. Das ist also eine vollkommen andere Sache. Selbst wenn also David eine Frau geworden wäre, hätte das gar nichts bewiesen.
05.11.2006 12:50
05.11.2006 14:52
Vielleicht ist es wie mit allen wichtigen Lebensfragen: Es gibt selten ein "entweder-oder". Dieses Ausschließlichkeitsdenken begegnet mir auch in den klügsten Philosophien. Ich denke, dass es einen vielfältigen Kanon an Einflüssen gibt, der Menschen prägt. Die "männliche" und "weibliche" Identität ist doch nur eine Ausprägung des Menschseins, die umso mehr Bedeutung hat, je mehr biologistische Festschreibungen eine Kultur erzeugt. Erziehung, Kultur, Tradition, Mentalität, Intelligenz und Kreativität, Chancen und Möglichkeiten, einschneidende positive wie negative Erlebnisse, seelische und körperliche Konstitution, soziale Umgebung, "materielle" Umgebung (z.B.Stadt-Land), Genetik, Temperament und Neigung (Talent), Zeitgeist und Mode, gesellschaftliche Strukturen, einige würden auch hinzufügen: Astrologische, Spirituelles usw. usw. (Skala hier offen -> ) ... wie sollte es tatsächlich möglich sein, das ganz sauber voneinander zu trennen? Es können maximal Tendenzen aufgezeigt werden. Das, was z.B. David Reimer erlebt hat, könnte theoretisch auch ohne seine spezielle Biografie so manchen Menschen in den Suizid treiben (Dieser Gedanke soll aber die Thesen weder bestätigen noch negieren). "Entweder-oder" ist für mich eine reine Gedankenleistung, die dazu dient zu analysieren und zu verifizieren... Danach muss man aber auch in der Lage sein zusammenzufügen... Daran hapert es leider bei vielen "Lehren vom Menschen"
06.11.2006 00:55
06.11.2006 02:12
Entweder jedes 'Oder' ist eigentlich eine wirkliche Vergewaltigung des eigentlich Wirklichen... oder nicht.
06.11.2006 03:04
06.11.2006 03:32
Ich denke mal, daher habe ich dies Thema nicht zu Unrecht "Missbrauch" genannt, weil es nicht die natürliche Entwicklung eines TS ist, wie auch oben schon benannt. D.R. wúrde mit Gewalt dazu gezwungen, eine Frau zu werden. Nicht nur durch die Eltern, sondern auch durch die Wissenschaft(ler). Insofern ist er auch Missbrauchsopfer und unbedingt nicht zu verwechseln mit einem tatsächlíchen TS. TS bekommen, so wie sie von Merkel dargestellt und einseitg gesehen werden, wiedér mal ein Krankheitsbild aufgedrückt. Warum ist es nicht einfach vorstellbar, dass man im "falschen" Körper gross geworden ist? Dass man anders fühlt?
06.11.2006 15:24
Öh... :shock: Hab nur ich das Problem? Dass ich manchmal denk, ich bin im falschen Körper gross geworden?
06.11.2006 16:53
Diese Frage darf angesichts des Subforums, in der du sie stellst, sicher getrost als eine rhetorische gewertet werden?
07.11.2006 04:23
Nein. Sie war durchaus ernst. Aber umoperieren lassen würde ich mich deswegen auch nicht. Und butch binnich auch nicht.
07.11.2006 04:25
07.11.2006 09:50
07.11.2006 13:33
09.11.2006 21:43
Über David Reimer gabs auch schon mehrfach Dokus im Fernsehen. Gruß, eine Frau im Frauenkörper
14.11.2006 22:59
14.11.2006 23:00
14.11.2006 23:06
Thx. Aber ich weiss es noch nicht wirklich... mach dich zum Mann und wir gehen heiraten Schauen wir mal...! :idea:
14.11.2006 23:06
14.11.2006 23:07
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